Traumhafte Sandstrände, blaues Meer und laue Sommerabende: Der wohlverdiente Urlaub ist für die meisten von uns die schönste Zeit des Jahres. Doch abseits der Hotelanlagen und Strandpromenaden wartet in vielen beliebten Urlaubsregionen eine traurige Realität. Kaum hat man das Hotel verlassen, blickt man in die hungrigen Augen einer abgemagerten Straßenkatze oder trifft auf einen humpelnden Hund, der schüchtern nach Futter sucht.
In diesem Moment schaltet sich bei vielen Tierfreund:innen sofort das Herz ein. Die Hilflosigkeit ist groß: Soll ich Futter kaufen? Ignoriere ich das Tier lieber? Bekomme ich Ärger mit dem Hotel? Die gute Nachricht ist: Du musst nicht wegschauen. Es gibt Wege, wie du vor Ort und sogar nach deiner Rückreise einen echten, nachhaltigen Unterschied für diese Tiere machen kannst. Und in diesem Blogartikel zeigen wir dir, wie das genau geht. Außerdem berichten Janine und ich (Alice) von unseren Erlebnissen auf Reisen.
Inhalt
- Das Dilemma im Paradies: Wenn der Urlaub auf den Tierschutz trifft
- Gut gemeint vs. gut gemacht: Die wichtigsten Do’s & Don’ts vor Ort
- Aktiv werden im Urlaub: Janines Erfahrung im Animal Shelter
- Der Weg ins eigene zuhause: Werde Flugpat*in für Straßentiere
- Gutes tun aus der Ferne: Einmalige und regelmäßige Spenden
- Fazit: Jeder Handgriff zählt – Dein Guide für den nächsten Urlaub
- Re: Travel
Das Dilemma im Paradies: Wenn der Urlaub auf den Tierschutz trifft
Egal ob in Griechenland, Spanien, Italien oder auf beliebten Urlaubsinseln – das Bild von Straßentieren gehört in vielen Regionen Südeuropas und weltweit leider zum Alltag. Für Tourist:innen führt das oft zu einem emotionalen Spagat: Man möchte die freie Zeit genießen, wird aber gleichzeitig mit akutem Tierleid konfrontiert.
Warum ist das Problem der Straßentiere so weit verbreitet?
Das Ausmaß der Streunerpopulationen in vielen Reisezielen hat verschiedene, tief sitzende Ursachen:
- Mangelnde Kastration: Der Hauptgrund für das Leid ist die unkontrollierte Vermehrung. Ein einziges unkastriertes Paar Katzen oder Hunde kann innerhalb weniger Jahre für Hunderte Nachkommen sorgen.
- Ein anderer Stellenwert von Tieren: In vielen ländlichen Regionen im Ausland werden Tiere oft nicht als Familienmitglieder, sondern als reine Nutztiere (z. B. zur Mäusejagd oder als Wachhunde) gehalten. Werden sie krank, alt oder nicht mehr gebraucht, werden sie oft sich selbst überlassen.
- Der Kreislauf der Tourismus-Saison: Im Sommer werden die Tiere von wohlmeinenden Urlauber:innen mit Restaurantresten und Streicheleinheiten versorgt. Das Überleben scheint gesichert. Doch bricht im Herbst die Nebensaison an, reisen die Tourist:innen ab – und die Tiere bleiben hungrig, unversorgt und schutzlos zurück.

Alices Geschichte: Straßenkatzen auf Madeira
Wie schnell man von der Urlauberin zur Tierschützerin wird, habe ich im letzten Jahr selbst auf Madeira erlebt. Wir hatten eine wunderschöne Unterkunft an der rauen Nordküste der Insel gebucht. Es war ein ruhiger, idyllischer Fleck Erde mit nur wenigen Häusern, umgeben von Bananenstauden und grünen Weinreben. Zum Haus gehörte ein großer, überdachter Außenbereich und genau dort wartete bereits am ersten Abend eine Überraschung auf uns.
Zwei bunt gefleckte Katzen kamen auf uns zu und schmiegten sich an unsere Beine. Sie waren unglaublich zutraulich und offen. Da ich seit meiner Kindheit Katzen über alles liebe, habe ich sie natürlich sofort gestreichelt (und mir danach gründlich die Hände gewaschen). Doch beim genaueren Hinsehen wich die Urlaubsfreude schnell der Sorge. Während die eine Katze zwar dünn, aber den Umständen entsprechend okay aussah, war die zweite in einem erschreckenden Zustand: Ihr Fell war struppig und sie war völlig abgemagert.
Ein Blick in die Nachbarschaft machte schnell klar: Hier gab es außer ein paar leerstehenden Häusern nur andere Ferienwohnungen. Diese beiden Katzen hatten kein Zuhause – oder besser gesagt: Unser überdachter Außenbereich war ihr einziges Zuhause.

Bild: © Privat Alice Gossrau
Wegsehen war für mich keine Option. Ich holte mein Handy raus, recherchierte nach Organisationen vor Ort und nahm Kontakt zu einem deutschen Tierschutzverein auf, der auf Madeira aktiv war. Zu meiner großen Erleichterung kam die Antwort schnell. Der erste Rat der Tierschützer: „Kauft etwas Futter und füttert die beiden regelmäßig, damit sie an diesem Ort bleiben und nicht abwandern.“ Das war kein Problem, denn die beiden waren meist auch auf der Terrasse, sobald sie unsere Stimmen hörten.
In den folgenden Tagen organisierten wir ein Treffen mit einem Helfer des Vereins. Er kam direkt zu unserer Unterkunft, sackte die beiden Samtpfoten behutsam ein und brachte sie zum Tierarzt. Unser ursprünglicher Plan – den wir auch so auch mit unserer Vermietung abgesprochen hatten – war eigentlich: Die Katzen werden durchgecheckt, kastriert und kommen dann wieder zurück in ihr Revier an unserem Ferienhaus.
Beim Tierarzt kam dann jedoch alles anders. Die Untersuchung zeigte: Eine der Katzen war bereits trächtig. Die andere war trotz unserer Fütterungstage so unterernährt, dass eine Operation lebensgefährlich gewesen wäre. Sie musste erst einmal über mehrere Tage hinweg medizinisch aufgepäppelt werden.
Weil die beiden Katzen so stark aneinander hingen und sich blind verstanden, brachte der Verein sie nach der Klinik nicht zurück auf die Straße, sondern auf einer privaten Pflegestelle unter. Und das Beste kommt zum Schluss: Heute haben die beiden ein sicheres, liebevolles und dauerhaftes Zuhause gefunden. Sie müssen nie wieder den harten Überlebenskampf auf der Straße führen oder Tourist:innen für ein paar Brocken Essen anbetteln.
Diese Erfahrung hat mir gezeigt: Man ist im Urlaub nicht machtlos. Aber man muss wissen, wie man richtig handelt.
Gut gemeint vs. gut gemacht: Die wichtigsten Do’s & Don’ts vor Ort
Meine eigene Erfahrung auf Madeira zeigt, wie wunderbar ein Happy End sein kann. Doch sie zeigt auch: Tierschutz im Ausland erfordert Strategie. Wenn wir im Urlaub auf Streuner treffen, handeln wir oft rein emotional. Dabei wissen viele nicht, dass gut gemeinte Gesten den Tieren unbeabsichtigt sogar schaden können.
Damit deine Hilfe auch wirklich ankommt, solltest du die folgenden Regeln für den Umgang mit Straßentieren kennen.

Warum du Streuner im Urlaub lieber nicht auf eigene Faust füttern solltest
Es klingt paradox: Da steht ein hungriges Tier vor einem und man soll es nicht füttern? Doch der Deutsche Tierschutzbund und erfahrene Vereine warnen aus guten Gründen vor der Fütterung auf eigene Faust:
- Die Überpopulation wird befeuert: Ein plötzliches, unkontrolliertes Nahrungsangebot signalisiert den unkastrierten Tieren, dass die Bedingungen für Nachwuchs optimal sind. Die Folge: Noch mehr Welpen und Kitten werden in ein Leben voller Elend hineingeboren.
- Abhängigkeit und Hilflosigkeit: Jungtiere, die von Tourist:innen gefüttert werden, lernen nie, selbstständig nach Nahrung zu suchen. Reist du am Ende deines Urlaubs ab und die Saison endet, bleiben die Tiere schutzlos und ohne Überlebensstrategie zurück.
- Rechtliche Konsequenzen: In einigen Ländern und Städten (z. B. in Teilen von Italien oder Spanien) ist das Füttern von Straßentieren im öffentlichen Raum eine Ordnungswidrigkeit, die mit teils hohen Bußgeldern bestraft wird.
Tipp: Wenn du den Tieren vor Ort etwas Gutes tun willst, stelle stattdessen frisches Wasser bereit. Gerade in den heißen Sommermonaten herrscht in vielen Urlaubsregionen extreme Dürre. Achte nur darauf, die Schalen nicht direkt vor Hotels oder Restaurants zu platzieren, um Ärger für die Tiere zu vermeiden. Mehr zum Thema Ressourcenknappheit findest du übrigens in unserem Artikel über Wassermangel auf Reisen: Infos und drei Tipps
Erste Hilfe im Urlaub: So meldest du Notfälle an lokale Vereine richtig
Wann solltest du also aktiv werden? Genau dann, wenn ein Tier offensichtlich akute Hilfe benötigt: Wenn es verletzt, sichtlich krank, extrem ausgehungert oder dehydriert ist.
- Besitzer checken: Versuche zuerst herauszufinden, ob das Tier vielleicht doch ein Zuhause hat. Sprich Anwohner*innen, Passant*innen oder Ladenbesitzer*innen in der direkten Umgebung an. Oft gehören die Vierbeiner jemandem, dürfen sich aber frei bewegen.
- Vereine kontaktieren: Lässt sich kein*e Besitzer*in ausfindig machen, nimm Kontakt zu lokalen Tierschutzorganisationen auf. Pro-Tipp: Notiere dir am besten schon vor der Abreise die Kontaktdaten von Vereinen in deiner Urlaubsregion. So verlierst du im Ernstfall keine Zeit.
- Präzise Angaben machen: Tierschützer*innen sind auf die Hinweise von Urlauber*innen angewiesen. Schicke dem Verein den genauen Standort (am besten via Google-Maps-Pin), beschreibe das Tier und hänge Fotos an. Das erleichtert das Auffinden enorm.
Hotelmanagement und Online-Bewertungen als Hebel für den Tierschutz
Oft begegnen uns Streuner direkt auf der Hotelanlage oder beim Abendessen auf der Außenterrasse. Anstatt die Tiere dort heimlich mit Resten vom Buffet zu füttern – was zu schwerem Durchfall bei den Tieren und Ärger mit dem Personal führt –, solltest du das Hotelmanagement direkt ansprechen.
Erkläre dem Personal sachlich, dass dir das Wohl der Tiere wichtig ist und du dir wünschst, dass das Hotel Verantwortung übernimmt. Es gibt bereits großartige Vorreiter*innen in Südeuropa: Einige Hotels arbeiten fest mit lokalen Vereinen zusammen, richten betreute Katzen-Futterstationen abseits der Gäste ein und finanzieren Kastrationen.
Nutze deine Stimme auch nach dem Urlaub: Lobe tierfreundliche Initiativen in deinen Online-Bewertungen oder kritisiere einen respektlosen Umgang mit Streunern sachlich. Die Tourismusbranche reagiert sensibel auf das Feedback der Gäst*innen. Aufklärung und wirtschaftlicher Druck sind mächtige Werkzeuge im Tierschutz.
Du möchtest noch tiefer in das Thema eintauchen? Wir haben eine kompakte Checkliste für dich vorbereitet: Erfahre hier mehr über unsere 10 Tipps für den Tierschutz im Ausland, um auf deiner nächsten Reise perfekt vorbereitet zu sein und gleichzeitig im Sinne des nachhaltigen Reisens zu handeln.
Aktiv werden im Urlaub: Janines Erfahrung im Animal Shelter
Wer nicht nur passiv zuschauen, sondern im Urlaub selbst aktiv anpacken möchte, für den ist Volunteering – also die ehrenamtliche Arbeit vor Ort – eine wunderbare Möglichkeit. Genau diesen Weg hat Janine gewählt. Sie entschied sich dafür, ihren Urlaub in Spanien nicht nur am Strand zu verbringen, sondern einen Teil ihrer Zeit einem lokalen Tierheim (Shelter) zu schenken.
Ihre wichtigsten Aufgaben dort war ebenso simpel wie wertvoll: Gassigehen mit den Shelter-Hunden, die Tiere füttern, Käfige und Zwinger reinigen und pflegen und natürlich Zeit mit den Hunden und Katzen verbringen, spielen und ihnen Zuwendung schenken.
In den meist chronisch überlasteten und unterbesetzten Tierheimen im Ausland fehlt den lokalen Helfer*innen oft schlichtweg die Zeit, um jedes einzelne Tier die dringend benötigte Aufmerksamkeit oder Bewegung zu schenken. Viele Hunde verbringen Tage oder Wochen ausschließlich in ihren Zwingern. Wenn Urlauber*innen wie Janine einspringen, um mit den Hunden spazieren zu gehen, bedeutet das für die Tiere pure Lebensqualität, mentale Auslastung und eine wichtige Sozialisierung. Für die Vereine vor Ort ist jede helfende Hand eine enorme Entlastung.

Bild: © Privat Janine Kohls
Anpacken statt wegschauen: Wie du lokale Tierheime im Ausland unterstützt
Wenn du Janines Beispiel folgen und im Urlaub im Shelter helfen möchtest, solltest du folgende Dinge beachten:
- Frühzeitig anfragen: Kontaktiere das Tierheim am besten schon ein paar Wochen vor deiner Reise. Spontane Besuche können den durchgetakteten Tierheimalltag durcheinanderbringen.
- Erwartungen anpassen: Neben dem Gassigehen und Kuscheln gehören oft auch harte Arbeit wie das Reinigen der Zwinger oder das Sortieren von Futterspenden dazu. Jede Aufgabe hilft!
- Verantwortung übernehmen: Auch wenn es „nur“ ein Urlaubseinsatz ist, verlassen sich die Tierschützer*innen in dieser Zeit auf deine Zuverlässigkeit.
- Sach- und Geldspenden helfen immer: Jedes Tierheim freut sich ebenso über Spenden.Wenn du Sachspenden wie Futter, Hundeleinen, Körbe oder Decken spenden möchtest, erkundige dich am besten vorab beim Tierheim, was aktuell wirklich benötigt wird. So kannst du gezielt helfen und deine Spende dort einsetzen, wo sie am meisten gebraucht wird.
Der Weg ins eigene zuhause: Werde Flugpat*in für Straßentiere
Neben der Unterstützung direkt vor Ort gibt es noch eine weitere, unglaublich effektive Möglichkeit, den Auslandstierschutz zu unterstützen. Ein Konzept, von dem viele Reisende überraschenderweise noch nie gehört haben, obwohl es zu den wichtigsten Werkzeugen für Vereine gehört: Die Flugpatenschaft.
Viele Hunde und Katzen im Ausland haben das große Los gezogen und ein liebevolles Zuhause oder einen Pflegeplatz in Ländern wie Deutschland, Österreich oder der Schweiz gefunden. Das Problem: Die Tiere können nicht alleine im Flugzeug reisen, und lange Transporte auf dem Landweg sind oft stressig, teuer oder logistisch kaum machbar.
Was ist eine Flugpatenschaft und wie läuft sie ab?
Als Flugpat*in (oder Flight Courier) stellst du einem Tierschutzverein quasi den „Platz“ auf deinem ohnehin gebuchten Rückflug zur Verfügung. Das Tier reist offiziell als dein zusätzliches Gepäckstück mit – entweder in einer Transporttasche in der Flugzeugkabine oder in einer sicheren Box im klimatisierten Frachtraum.
Das Wichtigste vorweg: Für dich entstehen absolut keine Kosten und kein bürokratischer Aufwand! Der Tierschutzverein übernimmt alle anfallenden Gebühren für das Tier, beantragt den EU-Heimtierausweis, sorgt für alle notwendigen Impfungen und kümmert sich um die komplette Anmeldung bei der Airline.
Wo werden Flugpaten gesucht? So findest du Vereine vorab
Ob ein Verein an deinem Urlaubsort aktuell Flugpaten sucht, lässt sich ganz einfach schon vor der Reise von zu Hause aus herausfinden. Gib dafür bei Google einfach die Kombination „Flugpaten + [Dein Reiseziel]“ oder „Flugpatenschaft + [Dein Reiseziel]“ ein.
Sehr viele Organisationen haben dafür eigene Informationsseiten eingerichtet, auf denen sie genau erklären, für welche Flüge und Airlines sie Unterstützung benötigen. Hier sind ein paar Beispiele für beliebte Urlaubsregionen, bei denen Flugpatenschaften eine riesige Rolle spielen:
- Madeira: Der Verein ANIMA Tierschutz e.V. sucht regelmäßig Flugpaten für die portugiesische Insel.
- Sardinien: Auf der italienischen Insel ist unter anderem der Verein proTier e.V. aktiv und auf Flugkurier*innen angewiesen.
- Mallorca: Für die Lieblingsinsel der Deutschen sucht beispielsweise SOS Animal Mallorca Unterstützung.
- Griechenland (Thessaloniki): Wer vom griechischen Festland zurückfliegt, kann einen Blick auf die Seite von Griechische Fellnasen e.V. werfen.
- Zypern: Auf Zypern koordiniert die A.I.R.S. Foundation den Flugtransport für gerettete Vierbeiner.
Schritt für Schritt: So einfach wirst du Flugpat*in
Der Ablauf ist für dich als Urlauber:in absolut unkompliziert und lässt sich in vier einfache Schritte unterteilen:
- Vor der Reise anmelden: Wenn du weißt, dass du in eine typische Urlaubsregion fliegst, suche im Internet nach Tierschutzvereinen, die dort aktiv sind. Melde dich dort mit deinen Flugdaten (Datum, Flugnummer, Airline und Zielflughafen).
- Der Flughafen-Check bei Ankunft: Ein kleiner Profi-Tipp, der dir jegliche Nervosität nimmt: Wenn du an deinem Urlaubsort am Flughafen landest, nimm dir fünf Minuten Zeit. Schau dir kurz an, wo die Check-in-Schalter und der Großgepäck-Schalter für den Rückflug liegen. So weißt du am Abreisetag sofort, wo du hinmusst.
- Der Abreisetag: Am Tag des Rückflugs triffst du dich am Flughafen mit einer ehrenamtlichen Person des Vereins. Sie bringt das Tier in einer sicheren Transportbox mit, hat alle Papiere dabei und checkt das Tier gemeinsam mit dir ein.
- Die Ankunft in der Heimat: Nach der Landung holst du das Tier einfach am Sondergepäckschalter ab (kleine Tiere in der Kabine hast du direkt bei dir). Sobald du den Zollbereich verlässt und in die Ankunftshalle gehst, wirst du meist schon sehnsüchtig erwartet: Die neuen Besitzer*innen oder die deutsche Pflegestelle nehmen das Tier von dir entgegen.
Mit diesem minimalen Extra-Aufwand am Flughafen wirst du buchstäblich zur Brücke in ein neues Leben für ein gerettetes Tier.
Gutes tun aus der Ferne: Einmalige und regelmäßige Spenden
Nicht jede*r hat im Urlaub die Zeit, um in einem Shelter wie Janine mitanzupacken, oder fliegt mit einer Airline, die Tiere für eine Flugpatenschaft transportiert. Doch das bedeutet nicht, dass du dem Problem machtlos zuschauen musst. Die wohl flexibelste und nachhaltigste Art, den Straßentieren zu helfen, ist die finanzielle Unterstützung der lokalen Vereine.
Tierschutzorganisationen im Ausland finanzieren sich fast ausschließlich durch private Spenden. Jeder Cent fließt direkt in das Überleben der Tiere:
- Akute Versorgung: Mit Einmalspenden finanzieren die Vereine Futter, sichere Unterkünfte und oft sehr teure Tierarztkosten für verletzte oder kranke Streuner.
- Nachhaltige Veränderung: Regelmäßige Spenden (z. B. durch eine monatliche Patenschaft für ein bestimmtes Tier oder den Verein) geben den Tierschützer*innen Planungssicherheit. Nur so können sie langfristige Kastrationsprojekte finanzieren, um das Problem der Überpopulation an der Wurzel zu packen.
Eine Spende ist außerdem eine gute Möglichkeit, um der eigenen Urlaubsregion etwas zurückzugeben. Wenn du ein Land, seine Kultur und seine Natur bereist hast, hinterlässt du mit einer Spende an einen lokalen Verein einen bleibenden, positiven Fußabdruck vor Ort. Schon der Gegenwert von ein oder zwei Cocktails an der Strandbar kann für eine Straßenkatze oder einen Straßenhund lebensrettend sein.
Fazit: Jeder Handgriff zählt – Dein Guide für den nächsten Urlaub
Der Anblick von Straßentieren im Urlaub kann schmerzhaft sein, aber wir sind dem Leid nicht hilflos ausgeliefert. Ob durch das richtige Verhalten vor Ort – wie wir es bei den Do’s & Don’ts gesehen haben –, durch aktiven Einsatz im Shelter wie Janine oder zukünftige*r Flugpat*in: Wir haben es in der Hand, das Paradies für alle ein Stückchen besser zu machen.
Schau bei deinem nächsten Urlaub nicht weg. Bereite dich kurz vor, speichere dir wichtige Kontakte und reise mit dem guten Gefühl, einen echten Unterschied machen zu können.

Alice
Alice hat BWL studiert und 3 Jahre lang bei einer Agentur in Köln gearbeitet. Anfang 2022 entschied sie sich für eine berufliche Neuorientierung, bei der das Thema Nachhaltigkeit ganz vorne stehen soll. Sie liebt es zu Reisen und träumt davon, mit Buckelwalen im Pazifik zu schwimmen.

Wer steckt hinter give & grow?
Job gekündigt, Welt bereist und auf einer Mission internationales Volunteering und Reisen zu revolutionieren. Kathrin ist Kopf und Herz von give & grow. Die gesamte Geschichte und was dahinter steckt kannst du hier nachlesen.
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